Nach der Evakuierung mehrerer Wohnhäuser in der Holstenstraße spitzt sich die Situation für die Bewohnerinnen und Bewohner weiter zu. Für das akut einsturzgefährdete Gebäude Holstenstraße 195/197 laufen inzwischen Vorbereitungen für einen möglichen Abriss.
Auslöser waren massive Schäden an dem 1894 errichteten Gebäude. Ende Juli waren dort unter anderem Risse an tragenden Bauteilen und abgesackte Holzbalkendecken festgestellt worden. Zunächst wurden 14 Menschen evakuiert, auch das Nachbargebäude Nummer 199 durfte nicht mehr betreten werden. Inzwischen wurde wegen Veränderungen an bestehenden Rissen auch das Gebäude 191/193 geräumt.
Für die Bewohner von 195/197 ist die Lage besonders schwierig: Persönliche Gegenstände und ein Großteil ihres Hausrats befinden sich weiterhin in den Wohnungen. Nach Angaben der Betroffenen wurde ihnen zunächst in Aussicht gestellt, ihre Sachen bergen zu können. In einem vor Ort ausgehängten Aufruf schreiben sie nun, dass eine solche Bergung teilweise nur noch auf Nachfrage möglich sei und im schlimmsten Fall Hab und Gut im Gebäude zurückbleiben könnte.
Die Bewohner fordern deshalb, alle technisch möglichen Maßnahmen zur Rettung ihres Eigentums auszuschöpfen. Außerdem verlangen sie Ersatzwohnraum für die Zeit einer möglichen Sanierung und setzen sich dafür ein, möglichst viel des bestehenden Wohnraums zu erhalten. Laut Bezirksamt liegt die Verantwortung für Ersatzwohnraum beziehungsweise die Übernahme entstehender Mehrkosten grundsätzlich beim Vermieter.
Unter dem Motto **„Wohnraum ist kein Abrissmaterial. Unser Eigentum ist kein Kollateralschaden.“** rufen die Betroffenen nun zu einer Kundgebung auf.
**Die Kundgebung findet heute, Montag, 10. August, ab 16:30 Uhr gegenüber der Holstenstraße 197 statt.** Die Bewohner wollen dort für den Erhalt des Wohnraums, Ersatzwohnungen und die Sicherung ihres Eigentums demonstrieren.