Ab Montagmorgen fahren wieder Fernzüge und S-Bahnen über die neue Sternbrücke. Der Bahnhof Altona ist damit wieder an die Strecke Richtung Hauptbahnhof angebunden.
Um 4.13 Uhr soll der erste fahrplanmäßige Zug über die neue Brücke rollen, der RE70 aus Elmshorn; 17 Minuten später folgt ein ICE nach Basel. Die erste S-Bahn könnte die S5 Richtung Hauptbahnhof um 4.34 Uhr sein. Insgesamt sind auf der Verbindungsbahn wieder rund 900 Züge am Tag unterwegs.
Unten bleibt es zu
Für alle, die nicht Zug fahren, ändert sich zunächst nichts. Die Stresemannstraße soll erst am 7. September wieder frei sein, dann mit je einer Fahrspur pro Richtung; die Max-Brauer-Allee folgt nach Angaben der Bahn in der zweiten Septemberhälfte. Grund für die Verzögerung ist der Untergrund am Bahndamm: Rund 10.000 Tonnen Erde mussten zusätzlich ausgetauscht werden.
Warum die Brücke weg musste
Die neue Brücke ist 108 Meter lang und 3.700 Tonnen schwer. Sie ersetzt einen Bau von 1926, der wiederum eine Brücke von 1893 abgelöst hatte. Die Bahn hielt die alte Konstruktion für den heutigen und künftigen Verkehr für nicht mehr ausreichend; das Eisenbahn-Bundesamt erließ im Februar 2024 den Planfeststellungsbeschluss. Bund und Stadt teilen sich die Kosten von rund 125 Millionen Euro.
Entscheidend für das Viertel ist die Bauform: Der Stabbogen kommt ohne Stützen im Straßenraum aus. Erst dadurch lassen sich Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee darunter neu aufteilen — geplant sind mehr Platz für Rad- und Fußverkehr und eigene Spuren für Busse.
Ende Juli wurde die fertige Brücke in einem aufwendigen Manöver rund 500 Meter vom Bauplatz zur Kreuzung geschoben, an manchen Stellen mit nur 40 Zentimetern Abstand zu den Häusern.
Was aus den Clubs geworden ist
Unter der alten Brücke lagen jahrzehntelang Clubs und kleine Läden — Fundbureau, Astra-Stube, Waagenbau, Beat Boutique, Bar 227. Fundbureau, Beat Boutique und Bar 227 sind in die Kasematten hinter den Deichtorhallen gezogen, vermittelt von der städtischen Sprinkenhof. Der Waagenbau ging einen eigenen Weg und richtete sich auf dem früheren ThyssenKrupp-Gelände an der Waidmannstraße am Diebsteich ein. Die Astra-Stube schloss sich dem nicht an.
Fertig ist die Baustelle damit nicht: Die Arbeiten rund um die Sternbrücke sollen noch bis 2027 dauern.
Quellen: NDR, Deutsche Bahn, Eisenbahn-Bundesamt, eigene Recherche