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Schnee

 

Freitag 28. Dezember 2018 20:00

    Thalia in der Gaußstraße   22€

Drei Tage lang schneit es in Kars, die ostanatolische Stadt ist von der Außenwelt abgeschnitten. Es stehen Kommunalwahlen an, bei denen sich ein Sieg des islamistischen Kandidaten abzeichnet. Der Dichter Ka, nach 12 Jahren Exil aus Deutschland angereist, versucht, die Selbstmorde junger Frauen und die politische Verschwörung aufzuklären. Dabei verheddert er sich aber im Kampf zwischen türkischen und kurdischen Nationalisten, Armee und islamischen Fundamentalisten.

Für eine Reportage über Selbstmorde kopftuchtragender junger Frauen reist der Dichter Ka nach zwölf Jahren im deutschen Exil zu­rück ins ostanatolische Kars. Drei Tage lang schneit es ununterbro­chen in der Stadt, die von der Außenwelt abgeschnitten ist. Es stehen Kommunalwahlen an, bei denen sich ein Sieg des islamistischen Kan­didaten abzeichnet. Auf einer Theaterbühne entzündet sich während der Aufführung eines volkspädagogischen Melodrams aus der Ata­türk-­Ära, in dem das Ablegen der Schleier propagiert wird, ein Streit. Darf eine Frau gezwungen werden, das Kopftuch abzulegen? Was wiegt schwerer: die Staatsräson eines säkularen Staates oder die persönliche Freiheit eines religiösen Glaubens?
Das Geschehen eskaliert, als Angehörige eines obskuren Sonderkom­mandos die Bühne stürmen und unter der Führung des Staatsschau­spielers Sunay Zaim vorgeben, den Staat vor den Islamisten retten zu müssen. Der Dichter Ka unternimmt den Versuch, die politische Ver­schwörung aufzuklären, verheddert sich aber als Vermittler im Kampf zwischen türkischen und kurdischen Nationalisten, der Armee und islamistischen Fundamentalisten.

Für Regisseur Ersan Mondtag ist Orhan Pamuks „Schnee“ hoch brisant und aktuell. Mit seinem Roman, geschrieben vor dem 11. September 2001, wollte Pamuk die kleine Stadt Kars als Mikrokosmos der Türkei  verstanden wissen. Nach den Attentaten auf das World Trade Center begann Pamuk zu verstehen, dass die Probleme der Türkei die Pro­bleme der Welt wurden. Heute lautet Pamuks Appell an den Westen: „Bitte macht einen Unterschied zwischen der islamischen Gesell­schaft und dem politischen Islam! Bitte macht einen Unterschied zwischen dem politischen Islam und radikalen Fundamentalisten! Nach Anschlägen wie denen gegen Charlie Hebdo verwischen in den Emotionen die Unterschiede. Furchtbar!“

Mitwirkende Musiker bei der Einspielung der Komposition von Max Andrzejewski
: Richard Koch (Trompete), Uli Kempendorff (Klarinette), Benjamin Weidekamp (Bassklarinette), Choreografische Mitarbeit: Sylvana Seddig

 

BÜHNE
Paula Wellmann
KOSTÜME
Josa Marx
DRAMATURGIE
Matthias Günther

Übersicht

 Freitag 28. Dezember 2018 20:00

 Thalia in der Gaußstraße

22€



Veranstaltungsort

Thalia in der Gaußstraße
Gaußstraße 190
22765 Hamburg
Telefon:
040-32814444
Webseite:
http://www.thalia-theater.de